Geleitboot / Fregatte              EMDEN IV                        

                                                                                    Home zurück Impressum Nachricht an uns

                                                                         F221 FREGATTE EMDEN                       

zurück
Dieter_Werner
Reinert Kersting

 

 

Fregatte EMDEN IV F221 außer Dienst

24. Juni 1983: Übergabe aller Traditionsgegenstände an die Fregatte EMDEN V (F210).

30. Juni 1983: Außerfahrbereitschaft der am 24.10.1961 erstmalig in Dienst gestellten
                        Fregatte EMDEN IV (F221).

Hartmut Klose vom Arsenal WHV hat für uns den Moment festgehalten,
als 1983 das eiserne Kreuz vom Bug der EMDEN IV entfernt wurde.

08. September 1983: Auslaufen Wilhelmshaven mit Ziel Gölcük in der Türkei.

23. September 1983:

* * * * *

Ansprache des deutschen Botschafters in der Türkei anlässlich der Übergabe der
Fregatte „Emden“ am 23. September 1983 in Gölcük.

Als deutscher Botschafter bin ich beauftragt, Herr Admiral, der türkischen Marine ein
deutsches Kriegsschiff zu übergeben, die Fregatte „EMDEN“.

Dieser Akt schließt sich dem an, den ich am 28. März 1983 zu vollziehen hatte mit Übergabe
der Fregatte „Karlsruhe“ und des Tenders „Isar“.

Die „Emden“ und die frühere „Karlsruhe“, beide Schiffe der gleichen Klasse, liegen in dieser
Stunde nebeneinander, wie in vergangener Zeit.

Mit diesem Akt ist die „Emden“ Bestandteil der türkischen Seestreitkräfte. Der Rückblick in die
Vergangenheit, der Blick in die Zukunft, beides liegt im Augenblick nahe, der ein Augenblick
auch des Selbstbesinnens ist.

Ich wende mich an die deutschen Soldaten, die bis zu diesem Tag, dem 23. September 1983,
auf diesem Schiff Dienst taten und die nun die Stätte verlassen müssen, die ihnen durch
Jahre auch Heimat gewesen ist, Mittelpunkt ihres Lebens. Für sie kommt die Stunde des
Abschieds.

Lassen Sie mich Ihnen, meine Landsleute, sagen, dass ich mich Ihnen in diesem Sinne nahe
weiss. Ihr Schiff geht heute in andere, in befreundete Hände über, in Hände von
Verbündeten, dem wir uns in Kameradschaft verbunden fühlen, und in lang währender
Tradition. Ich wende mich an die hier anwesenden Türken, an die hier anwesenden
türkischen Soldaten.

Die Fregatte „Emden“ ist nicht das erste deutsche Schiff, das die Reise in Ihr Land antrat, um
hier die dienstliche Existenz im Dienste gemeinsamer Zielvorstellungen zu beschliessen.

Viele Namen tauchen auf. Ich habe sie genannt, als ich die Ehre hatte, dem Oberbefehlshaber
der Marine,  Admiral Tümer, im März d. J. die „Karlsruhe“ zu übergeben. Ihnen schließt sich
ein weiterer Name an, einer der stolzesten, den die Marinetradition kennt.

Die Taten des kleinen Kreuzers „Emden“ im Ersten Weltkrieg sind beispielhaft und dem
Kenner der Seekriegsgeschichte bewusst. Der Weg, den er unter Führung seines
Kommandanten, des Kapitäns zur See von Müller, nach Kriegsausbruch 1914 von dem
damals deutschen Tsingtau in den Indischen Ozean nahm,
- der faire Handelskrieg, den er führte, der Kampf,  in dem er einem stärkeren Gegner
  unterlag,
- wir wissen darum, und wir wissen um mehr.

Viele Berührungspunkte deutsch-türkischer Marinebeziehungen gibt es, die „Goeben“/“Yavuz“,
die „Breslau“/“Midilli“, die deutschen Unterseeboote, die mit ihren Taten die Verteidigung der
Dardanellen
- symbolisiert durch das Wirken Atatürks
- in weltgeschichtlich entscheidender Stunde ermöglichten.

Unvergessen sei in diesem Zusammenhang, dass in jener Zeit auch zwischen der alten
„Emden“ und der Türkei ein Band geknüpft wurde, durch ein Landungskorps der „Emden“,
das während ihres Endkampfes nicht auf dem Schiff befindlich, der Gefangenschaft zu
entgehen und auf einem Segler den Indischen Ozean zu überqueren vermochte, bis es im
Süden des Roten Meeres den Boden des Osmanischen Reiches betreten konnte.

Der Weg in Ihr Land war auch der Weg in die Freiheit. Unvergessen die Begrüssung dieser
Männer in Ihrer damaligen Hauptstadt Istanbul, der Begrüßende Befehlshaber der türkischen
Seestreitkräfte, der deutsche Admiral Souchon, vor ihm türkische und deutsche Soldaten und
Matrosen, Seite an Seite. Die Übergabe des Tradititonsträgers dieses Schiffsnamens erinnert
an das, was damals band, Kameradschaft und Freundschaft, Mut und Vaterlandsliebe.

Herr Admiral, meine Damen und Herren, möge der „Emden“ unter türkischer Flagge als
„Gemlik“ an der Seite der heutigen  „Gelibolu“, der früheren „Karlsruhe“, ein gutes Wirken im
Dienste für die Sicherung eines Friedens in Ehre vergönnt sein.

Möge die „Gemlik“ die türkische Flagge stolz und in Ehren tragen und möge sie allen Ihren
Landsleuten, ich sage allen, das Vertrauen geben und erhalten, dass Sie in Deutschland
Verbündete haben, die sich Ihnen im Dienste für die gemeinsame Sache verbunden fühlen,
heute wie in der Vergangenheit, verbunden auch in der Zukunft, bis an das Ende unserer
Tage – und, ich hoffe, darüber hinaus.

Herr Admiral, ich übergebe hiermit die Fregatte „Emden“.

* * * * *

23. September 1983: Letztes Fernschreiben von der FREGATTE EMDEN [IV] aus der Türkei
                                   nach Übergabe und endgültiger Außerdienststellung.

Indienststellung als Zerstörer "GEMLIK" (D361)


                                                                                    (von Sinan Sinani)

1990:            Großbrand Maschinenanlage

???:              2. Großbrand (?)

13.01.1994:   Abwracken in Aliaga

 

Home ] zurück ] Dieter_Werner ] Reinert Kersting ]

Fragen zu unserer Webseite? Sende deine eMail an:  
Copyright © 2003 - 2017 F221 Fregatte Emden
Stand: 23. Februar 2017